Unser Bestes für Sie - weltweit!
08.07.2016

Der Karies früher auf der Spur

Kameras auf der Basis von Fluoreszenztechnik gewinnen an Bedeutung. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte – in der modernen Kariesdiagnostik zeigt ein Foto, das durch Fluoreszenztechnik entsteht, sogar an, ob eine Infektion vorliegt und wie weit diese fortgeschritten ist. Mit der Intraoralkamera VistaCam iX HD von Dürr Dental steht Zahnärzten ein hochentwickeltes Hilfsmittel zur frühen Detektion eines kariösen Befalls zur Verfügung. Die „inneren Werte“ sind heute jedoch nicht das alleinige Kriterium für anspruchsvolle Medizintechnik, denn ein edles und funktionales Design gewinnt zunehmend an Bedeutung. Dass das High-End-Produkt auch diesen Anforderungen gerecht wird, ist nun von ausgewiesenen Experten bestätigt: Am 26. Februar 2016 erhielt die 2015 auf der IDS vorgestellte Kamera in München den renommierten iF Design Award.

Wirtschaft trifft Design

Seit 1954 widmet sich Dienstleister iF, der sich als Schnittstelle zwischen Design und Wirtschaft sieht, der Organisation von unabhängigen Designwettbewerben und besetzt in diesem Bereich eine internationale Spitzenposition. Vor über 2.000 Gästen zeichneten die Veranstalter in der BMW Welt die Besten unter den rund 5.300 eingereichten Vorschlägen aus.

Als Bewertungskriterien in der Kategorie „Produktdesign“ sind neben Gestaltungsqualität, Verarbeitung, Materialauswahl, Innovationsgrad und Umweltverträglichkeit auch Aspekte wie Funktionalität, Ergonomie, Gebrauchsvisualisierung, Sicherheit, Markenwert und Branding sowie Universal Design ausschlaggebend. Dürr Dental befand sich als Preisträger in der Gesellschaft namhafter süddeutscher Unternehmen, wie Kärcher, Bosch oder Siemens. Chairman Fritz Frenkler rief in seiner Ansprache zu mehr Mut zum individuellen Design auf: „Gestaltung ist ein wirksames Mittel, um sich von Wettbewerbern abzuheben und hat damit erheblichen Einfluss auf den Erfolg eines Produkts.“ Diesem Trend folgten die Entwickler der » VistaCam iX HD nicht nur bezüglich des anspruchsvollen Äußeren, sondern auch im Hinblick auf deren Nutzen für die Diagnostik.

Früherkennung unter erschwerten Bedingungen

Der Gedanke hinter der preisgekrönten Intraoralkamera: eine Technologie, die es Behandlern ermöglicht, Befall durch kariogene Bakterien auch an schwer einsehbaren Stellen schon in einem frühen Stadium zu erkennen. Denn Zahnärzte müssen sich täglich der Herausforderung stellen, möglichst viele kariöse Stellen zu identifizieren und gleichzeitig die Übertherapie nicht behandlungsbedürftiger Zähne zu vermeiden. Hierbei waren jahrzehntelang die visuelle Inspektion, taktile Untersuchungen per Sonde und Röntgendiagnostik der Goldstandard.

Als weiteres Hilfsmittel zur Unterstützung einer umfassenden Kariesdiagnostik hat sich in den vergangenen Jahren die Fluoreszenztechnik bewährt – beispielsweise bei der Kauflächendiagnostik. Denn die Identifikation einer frühen Okklusalkaries ist durch eine Röntgenaufnahme nur eingeschränkt möglich. Zeigt sich der Befall im Röntgenbild, kann der Behandler diesen meist schon mit bloßem Auge erkennen. Deshalb setzen Zahnärzte bei der frühen Detektion der Fissurenkaries immer häufiger auf Fluoreszenz. Sie nutzt den Umstand, dass Stoffwechselprodukte kariogener Bakterien bei Bestrahlung mit Licht einer bestimmten Wellenlänge ein individuell messbares rotes Licht emittieren. So lässt sich die Tiefe und Ausdehnung kariöser Läsionen im Okklusal- und Glattflächenbereich bestimmen. Darüber hinaus kann die Fluoreszenztechnik unter den Zahnschmelz blicken und selbst versteckte Karies, die so genannte „Hidden Caries“, orten. Über die gute Diagnostik hinaus kann der Behandler außerdem auch während der Behandlung überprüfen, ob er bei der Entfernung der betroffenen Zahnsubstanz eventuell nacharbeiten muss. Die Gefahr, dass am Rand einer Füllung erneut Karies entsteht, ist deshalb geringer.

Kluge Köpfe im Dienst der Diagnostik

Moderne Kameras können die biochemischen Vorgänge, die durch die Aktivität kariogener Bakterien auftreten, abbilden. Die Ingenieure aus der Dürr-Entwicklungsabteilung statteten die VistaCam iX HD mit unterschiedlichen Wechselköpfen für bestimmte Funktionen aus.

Die » Software VistaSoft wertet die Aufnahmen des Proof-Wechselkopfes im Live-Modus aus, um Kariesläsionen sichtbar zu machen. Hierbei stellt diese den Kariesbefund sowohl farblich als auch numerisch dar. Die Aktivität kariogener Bakterien bildet die Software rot ab, während gesunder Schmelz grün im Bild erscheint. Auf diese Weise kann der Behandler seine Diagnose anschaulich darstellen und verfügt zusätzlich über eine wertvolle Unterstützung bei der Patientenberatung. Der Proxi-Wechselkopf hingegen erweitert die Diagnosemöglichkeiten von Approximalkaries ohne Röntgenstrahlung, denn er lässt den Zahnschmelz durch Infrarotlicht transparent erscheinen. Eine Veränderung durch Karies tritt in der durchsichtigen Fläche optisch als helle Wolke hervor. Diese Technologie schließt eine Lücke, denn der Zahnarzt verfügt über eine Option zur Diagnostik unter Verzicht auf Röntgenstrahlung, die besonders sinnvoll für den Einsatz bei Schwangeren oder Kindern ist.

Der Cam-Wechselkopf bietet durch den Autofokus eine Bandbreite an Möglichkeiten in HD-Auflösung, die von Makroüber normale intraorale Aufnahmen bis hin zur extraoralen Aufnahme reicht. An dieser Stelle kommt wieder die Verbindung von Gestaltung und Funktionalität zum Tragen, denn die Usability - Ingenieure von Dürr Dental entwickelten die Kamera auch ergonomisch speziell nach den Bedürfnissen der Behandler: Das Handstück verjüngt sich in Richtung des Kopfs und vereinfacht durch die Platzersparnis den Zugang zu den hinteren Molaren.

Fest steht: Die Bedeutung der Fluoreszenztechnik für die Kariesdiagnostik wird in Zukunft weiter steigen. nicht zuletzt wegen des Potenzials entsprechender Kameras als Beratungstool. Der heutige Patient ist in der Regel aufgeklärt und hinterfragt die Diagnose bzw. Behandlungsalternativen. Die digitale Dokumentation von Therapien leistet außerdem gute Dienste in der Lehre und Weiterbildung.

Veröffentlicht von: ml/rf
Der Karies früher auf der Spur

Frank Kiesele, Leitung Produktmanagement Bildgebende Systeme, nahm die Auszeichnung stellvertretend für Dürr Dental entgegen.