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17.11.2015

Die drei „Z“ beachten

Wie es um die allgemeine Zahngesundheit bestellt ist und worauf es bei der täglichen Mundhygiene ankommt. Die Zeiten, in denen Menschen bereits in jungen Jahren mit einem Lückengebiss herumlaufen, oder Kinder schon den Mund voller Plomben haben, sind zumindest in Deutschland vorbei. „In der Gesellschaft hat sich die Auffassung etabliert, dass man nicht mehr wie zu Omas Zeiten mit einem Totalgebiss enden muss“, sagt der Greifswalder Zahnmediziner Prof. Dr. Christian Splieth mit Blick auf die vierte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS), die von der Bundeszahnärztekammer im Jahre 2006 in Auftrag gegeben worden ist und in diesem Jahr in die fünfte Runde geht. Erstmals werden auch 75-Jährige und ältere Zielpersonen in das Stichprobenmodell integriert. Die neuen Ergebnisse werden darüber Auskunft geben, wie gesund die Zähne der Deutschen sind, welche Faktoren die Mundgesundheit beeinflussen und wo in der häuslichen Mundhygiene noch Optimierungsbedarf besteht. Nachstehend geben Experten bereits heute Tipps für eine Verbesserung der Mundhygiene und werfen einen Blick auf den Stand der Mundgesundheit.

Die vierte DMS vor knapp zehn Jahren belegte einen Kariesrückgang in allen Altersgruppen und einen hohen Kariessanierungsgrad in der Bevölkerung. Die Ergebnisse zeigten auch, dass Kinder aus Industriestaaten wie Deutschland immer gesündere Zähne haben, wobei es allerdings noch immer ein soziales Gefälle gibt. Während noch in den 80er Jahren die 12-Jährigen in Deutschland durchschnittlich sieben kariöse Zähne hatten, waren es 2006 nur noch 0,7. Das entspricht einem Rückgang um 90 Prozent. In anderen Ländern sieht die Entwicklung nicht so gut aus. Das ergab der Weltkarieskongress, der im vergangenen Jahr in Greifswald stattfand. In Schwellenländern und einigen aufsteigenden Industriestaaten nimmt die Karies zu. Die Gründe dafür liegen in dem steigenden Zuckerkonsum, der sich mit dem materiellen Wohlstand eingestellt hat sowie in der Tatsache, dass es keine etablierten Vorsorgesysteme zur Kariesprophylaxe gibt. Vor allem Länder wie Brasilien, Litauen und Polen sind betroffen. Dort haben Zwölfjährige im Durchschnitt sechs kariöse Zähne.

Positive und negative Ergebnisse

Dagegen ergab die vierte DMS, dass Erwachsene und Senioren immer länger ihre natürlichen Zähne behalten und ein positives Mundpflegeverhalten sowie regelmäßige Zahnarztbesuche für einen Großteil der Bevölkerung selbstverständlich sind. Mehr als zwei Drittel der Befragten in allen Altersgruppen waren davon überzeugt, dass sie selbst „sehr viel“ bzw. „viel“ tun können, um ihre Mundgesundheit zu erhalten.

Die positiven Ergebnisse wurden jedoch durch die Zunahme der Parodontalerkrankungen getrübt, die bei 26,9 Prozent lag. Der Anstieg ergibt sich aus der Tatsache, dass immer weniger Zähne durch Karies verloren gehen. Gleichzeitig steigt aber das Risiko für die natürlichen Zähne mit zunehmendem Alter an Parodontitis zu erkranken.

Die richtige Pflege ist das A und O

Die häusliche Mundpflege ist das A und O, um möglichst lange gesunde Zähne zu haben. Außerdem gewinnen Prophylaxemaßnahmen immer mehr an Bedeutung. Doch gerade bei der Zahnvorsorge gibt es Defizite, das geht aus dem aktuellen Barmer GEK Zahnreport hervor. So beanspruchte nur jeder zweite Bundesbürger im Jahr 2012 Prophylaxe-Leistungen. Und auch der Gebrauch von Zahnseide lässt zu wünschen übrig. Nach einer im September 2012 veröffentlichten Studie der Universität Witten/Herdecke zu den Zahnputzgewohnheiten der Deutschen greifen nur elf Prozent der Bürger täglich zur Zahnseide; trotz der empfohlenen 180 Meter an verbrauchter Seide pro Mund und Jahr schafft es der Durchschnittsdeutsche gerade einmal auf eineinhalb Meter.

Kleine Bürsten mit großer Wirkung

Dabei ist die Pflege der schwer zugänglichen Interdentalräume und des Zahnfleischsaums nicht selten das Zünglein an der Waage, wenn es um Mundgesundheit oder -krankheit geht, sagt Alexandra Rabeler, Sales Manager Professional, » TePe Mundhygieneprodukte Vertriebs-GmbH. Sie empfiehlt daher Patienten, denen für Zahnseide die Geschicklichkeit fehlt oder die weite Zwischenräume haben, die Verwendung von Interdentalbürsten. „Interdentalbürsten füllen den gesamten Zahnzwischenraum mit ihren Borsten aus und gelangen damit an Stellen, die sonst schwer oder gar nicht zu erreichen sind“, so Rabeler. „Entscheidend für eine korrekte Pflege ist die richtige Bürstengröße, um einen Reinigungseffekt zu erzielen und Verletzungen des Zahnfleisches zu vermeiden. Nur wenn die Bürste groß genug ist, um den Interdentalraum komplett auszufüllen, aber nicht so groß, dass sie nur mit Kraft eingeführt werden kann, erfüllt sie ihren Zweck.“

Auch Implantate wollen gepflegt sein

Doch nicht nur die Reinigung der natürlichen Zähne ist wichtig, auch die Haltbarkeit von Implantaten ist von ihrer Pflege abhängig. „Mit einer guten Mundhygiene und regelmäßigen zahnärztlichen Kontrollen können Zahnimplantate ein Leben lang halten“, sagt Alexandra Rabeler. „Doch um das Risiko für periimplantäre Infektionen so gering wie möglich zu halten und Implantatverlusten vorzubeugen, müssen Patienten besonders darauf achten, die Anlagerung von Plaque am Implantat zu vermeiden.“ Hierbei sei die Verwendung von speziellen Mundhygienehilfsmitteln wichtig, mit denen auch schwer erreichbare Stellen schonend gereinigt werden können.

Plaque schadet nicht nur den Zähnen

Auch Roland Frankenberger, Leiter der Abteilung für Zahnerhaltungskunde an der Universität Marburg und seit 2012 Präsident der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltungskunde, betont in seinen Fachvorträgen immer wieder die Bedeutung der Plaque-Entfernung. „Es ist wichtig, die drei „Z“ zu beachten - Hygiene von Zähnen, Zunge und Zahnzwischenräumen“, sagt der Experte. Denn fest steht: Ein Mangel an Pflege schadet nicht nur den Zähnen und dem Zahnfleisch. Wenn Bakterien aus dem Mund über entzündetes Zahnfleisch in den Blutkreislauf gelangen, dann bringen sie auch das Herz in Gefahr. „Blutendes Zahnfleisch öffnet den Zahnbakterien einen Zugang zum Blutkreislauf. Dort können die Keime Gerinnsel auslösen, die wiederum zu Herzerkrankungen führen“, erklärt der Zahnmediziner Howard Jenkinson von der Universität Bristol in einer Studie. Wer Plaque also nicht regelmäßig mit Zahnbürste und Zahnseide entfernt, riskiert nicht nur Zahnfleischentzündungen und -bluten, sondern auch ernste Folgeerkrankungen.

Veröffentlicht von: rf/tk 04/16
Interdentalbürsten sind einfach anzuwenden und passen aufgrund verschiedener Größen für fast alle Zahnzwischenräume

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