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02.05.2015
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Die grüne Welle

Seit über 200 Jahren wird die Verwendung von Amalgam als Füllungsmaterial heftig diskutiert – das Material steht unter Verdacht, Vergiftungen und Allergien auszulösen. Bereits 1833 gab es in den USA den sogenannten „Amalgamkrieg“, der sogar zu einem zeitweiligen Verbot des Amalgams als Füllmaterial führte. Auch in Deutschland entbrannte eine ähnliche Diskussion in den 1920er-Jahren, die immer noch anhält. Allerdings konnte bis heute die vermutete direkte schädliche Wirkung von Amalgam nicht zweifelsfrei bewiesen werden. Deshalb und aufgrund der guten Eigenschaften als Füllungsmaterial wird Amalgam weiter in Deutschland verwendet. Allerdings unterliegen die Zahnarztpraxen deswegen bestimmten Auflagen, da sie als Schwermetall verarbeitende Betriebe eingestuft werden. Die in der Praxis gesammelten Abfälle aus den Amalgamabscheidern, Amalgamreste und extrahierte Zähne mit Amalgamfüllungen müssen zudem fachgerecht entsorgt werden. In Deutschland ist der Gebrauch von Amalgam als Füllungsstoff also noch üblich, doch wie sieht es an anderen Orten aus?

Amalgam international

  • Laut Schätzungen werden in der EU pro Jahr etwa 70 Tonnen Quecksilber für Amalgam verwendet, wobei Zahnärzte die Hauptverbraucher darstellen.
  • Insgesamt befinden sich etwa 1300 bis 2200 Tonnen Quecksilber in den Zähnen von EU-Einwohnern.
  • Für US-Amerikaner wurde errechnet, dass sie etwa 1000 Tonnen Quecksilber in ihren Zahnfüllungen haben.
  • 2009 entschied das Umweltministerium in Schweden, den Gebrauch von Quecksilber generell zu verbieten. Das Verbot bedeutet, dass der Gebrauch von Amalgam in Zahnfüllungen eingestellt wird und dass quecksilberhaltige Produkte nicht mehr in Schweden vermarktet werden dürfen.
  • Norwegen und Dänemark haben die Verwendung von Amalgam ebenfalls verboten.

Gibt es eine grüne Welle?
Danach sieht es klar aus, denn angesichts der bestehenden Gesundheitsrisiken durch Quecksilber beschloss der Verwaltungsrat des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) im Februar 2009, ein globales Übereinkommen zu entwickeln, das alle Aspekte des Quecksilber-Lebenszyklus behandeln soll. Die entsprechenden Verhandlungen wurden im Januar 2013 abgeschlossen und das Übereinkommen im Oktober 2013 als „Minamata-Konvention“ unterzeichnet. Zu den Unterzeichnern gehört auch Deutschland.

Der Name „Minamata-Konvention“ soll an die Minamata-Krankheit erinnern, die ab den 1950erJahren die Menschen in der japanischen Hafenstadt betraf: Ein japanischer Chemiekonzern hatte quecksilberhaltiges Wasser ins Meer geleitet und so bei 50.000 Menschen massive Quecksilbervergiftungen verursacht.

Betrifft dieses Abkommen auch Zahnärzte?
Ja - in Bezug auf dentales Amalgam wurde in diesem Abkommen geregelt, dass alle Vertragsparteien Maßnahmen für einen schrittweisen Verzicht („phase down“) auf den Einsatz von Amalgam als Füllungsstoff treffen müssen.

Veröffentlicht von: rf
Die grüne Welle