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17.11.2015

Fun, Fit, Youth – TO GO

Veganes Fast Food. Attila Hildmann gilt als Pionier des Lifestyle-Veganismus. Ihm selbst ist es ein persönliches Anliegen, die Welt gesünder zu machen. Auslöser hierfür war der Tod seines Vaters, der an einem Herzinfarkt starb. Daraufhin beschäftigte sich Attila Hildmann, der zu dieser Zeit selbst extrem übergewichtig war, intensiv mit dem Thema „gesunde Ernährung“, entschied sich für die vegane Lebensweise und nahm über 30 Kilo ab. Seit 15 Jahren lebt der Berliner mittlerweile vegan und begeistert als Deutschlands Vegan-Koch Nr. 1 ein Massenpublikum. Schnelle und natürlich vegane Gerichte für unterwegs sind seine neue Leidenschaft, über die er in der D’life berichtet

D’life: Sie haben sich in der Vergangenheit gezielt mit den gesundheitlichen Aspekten der veganen Lebensweise beschäftigt. Ist Ihr neues Buch „VEGAN TO GO“ eine Antwort auf Ihr schnelles Jetset-Leben? Schließen sich „to go“ und „bewusstes Essen“ nicht aus?

Das Thema „Vegan-to-go“ ist viel mehr als nur schnelles, einfaches Essen „ohne Tier“. Hunderttausende Menschen, die täglich unterwegs sind, werden innerhalb von Jahren regelrecht krank gefüttert vom ständigen fetten, ungesunden Essen an der Tankstelle, am Imbiss, bei den Fast-Food-Ketten oder wenig ambitioniertem Mensaessen. Man kann die Massen aber nicht mit „Möhre-vom-Feld-Knabbern“ begeistern, deswegen haben wir dieses Mal auch viele Zutaten verwendet, die vertraut sind. „Vegan-to-go“ soll nun auch die Menschen erreichen, denen schon das Einkaufen unbekannter Zutaten zu anstrengend ist.

Was sollte bei der „schnellen Küche“ an Grundzutaten immer im Haushalt oder fertig im Kühlschrank sein?

Alles was man vorbereiten kann, hilft, schnell, lecker und trotzdem gesund zu essen. Vorbereiten können Sie fast alles: Salate, Nudeln, Kartoffeln, Gemüse, Suppen, Pesto usw. Alles kann man auch ohne Warten, Anstehen und Bezahlen unterwegs essen.

Sie sind kein ausgebildeter Koch, sondern Autodidakt. Wie und wo entstehen Ihre Rezept-Kreationen?

Immer und überall. Ich liebe es, Regale nach neuen Zutaten zu durchsuchen und dann damit zu experimentieren. Perfektioniert wird es dann in meiner Küche in endlosen Tests mit kleinen Änderungen.

Sie erleben die Veränderung des Fleischkonsums tagtäglich: Ist Deutschland einen wesentlichen Schritt weiter?

Es tut sich was. Immer mehr Menschen merken, dass sie viel abwechslungsreicher und bewusster essen möchten, wenn denn was Leckeres angeboten wird. Wie ich schon immer gesagt habe, es liegt nicht am Endverbraucher, sondern am Angebot. Die Betreiber glauben nicht, dass ihre Kunden mehr wollen, das ist das eigentliche Problem. Und sie haben zu wenig Geduld. Nicht jeder vegane Kochversuch ist auch lecker.

Wie erleben Sie das Ganze in den USA? Wie sehen die Menschen dort das Thema „Vegan“?

Der Amerikaner ist bereits weiter und zugleich noch weiter hinten dran. Ein erheblicher Teil der Bevölkerung ernährt sich extrem gesund, andere bringen sich mit Essen in wenigen Jahren um. Ein Land der Extreme eben. Der Staat hält sich raus, wenn sich die Menschen zu Tode fressen.

Wie konsequent achten Sie auf „Bio“ unterwegs?

Zu 100 %. Ich genieße es, die innere Kraft zu haben, etwas stehen zu lassen, was meinem Wunsch nach Qualität nicht entspricht. Lieber habe ich bewusst Hunger, als mir irgendein gespritztes Gemüse oder fetttriefende Pommes reinzuhauen.

Was ist für Sie wichtiger: dass was man isst, oder dass was man besser nicht isst?

Wir leben nicht in einer Gesellschaft, wo der am längsten überlebt, der am schnellsten isst. Dafür bin ich dankbar. Tatsächlich ist mir wichtiger, was man nicht isst. Naturbelassenheit der Produkte ist sehr wichtig für mich. Ein einziges Essen voller Gifte und voller Chemie würde mich sicher tagelang mental belasten, körperlich sowieso. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Aber ich kann mich problemlos auf einer Party wohlfühlen, wo jeder isst, was er will.

Wenn Sie unterwegs sind, wie stellen wir uns das vor: Zu Fuß, mit dem Rad, mit dem Flugzeug oder fahren Sie nur noch Porsche?

Ich fahre viel mehr Rad als Porsche. Aber mehr Spaß macht mir der Porsche.

Was lassen Sie sich von einem fremden Koch in einem normalen Restaurant zubereiten?

Am liebsten so was wie Nudeln Arrabbiata oder gleich lieber pur, natürlich ohne Ei. So was wie Pesto habe ich oft dabei oder ich frage nach Öl und Knoblauch. Dazu frischen Salat mit Essig und Öl, vielleicht ein paar geröstete Samen. Aber immer mehr Restaurants haben wenigstens ein veganes Essen auf der Karte, manche sogar ohne es zu wissen. Typisch dafür ist z. B. Bruschetta.

Wir haben gehört, dass Sie selbst gern vegane XXL-Portionen bestellen oder gleich mehrere Gänge gleichzeitig. Wie oft essen Sie denn?

Meist nur zweimal am Tag. Dann allerdings, so behaupten jedenfalls andere, recht viel. Manchmal auch noch ein drittes Mal, meist aus Geselligkeit.

Besonders Ihre Begeisterung für den Veganismus hat dazu geführt, dass sich immer mehr Menschen für die vegane Ernährung interessieren. Was wird der nächste Schritt für Sie sein?

Ich möchte hunderttausenden auswegloser Fälle von Fehlernährung einen Weg zeigen, wie man wie ich wieder aus dem Teufelskreis rauskommt. Mich bewegen ganz besonders die Geschichten Einzelner, die so sind, wie ich mal war.

Danke für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg!

Veröffentlicht von: rf/tk 04/16
Zuhause vorbereiten, unterwegs essen: schnell, lecker, gesund und vegan

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