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20.11.2014

„Ich glaube, dass Architektur heilen kann“

GRAFT ist das Label. Das Markenzeichen einer deutschen Architektengruppe, die vor allem in Los Angeles, aber auch in Berlin und Peking zuhause ist. „GRAFT ist unsere Botschaft, ist ‚the pursuit of happiness‘, das Streben nach Glück“, sagt Lars Krückeberg, einer der Gründer und Geschäftsführer von GRAFT, den Architekten, die ganz oben in der internationalen Szene agieren. Und deren Werke weltweit wertgeschätzt werden. Gemeinsam mit Thomas Willemeit und Wolfram Putz zeichnet Krückeberg verantwortlich für eine Architektur, die von Leichtigkeit, vom Spiel mit Konventionen geprägt ist. In der Nachhaltigkeit und lokale Bautraditionen eine wesentliche Rolle spielen. Eine Architektur, die Bodenständiges und Fremdes vereint.

Tatsächlich ist ihre Architektur dynamisch. Mit fließenden, auch weichen Grenzen zwischen innen und außen. Zwischen Wand und Decke. Zwischen Architektur und Möbeln. Die Berliner Zahnarztpraxis KU64 ist ein typisches Beispiel dafür. Eine differenzierende Initialzündung? „Möglicherweise. Jedenfalls haben wir dort eine Sichtbarkeit geschaffen für neue Wege“, sagt Lars Krückeberg im Gespräch mit der D’life Redaktion. „Die Branche ist jetzt aufgewacht.“

D’life: Architektur beeinflusst das Bewusstsein auf unterschiedlichste Art. Was muss Architektur leisten, wie muss sie beschaffen sein, um gesund zu machen?

Das ist eine schwierige Frage, die wissenschaftlich messbar bisher noch gar nicht beantwortet ist und erst jetzt durch ein gemeinsames Forschungsprojekt an der Charité-Universitätsmedizin Berlin beantwortet werden soll. Ich glaube grundsätzlich, dass Architektur heilen kann. Es ist nur extrem schwer darzustellen. Es wäre vermessen zu sagen, dass Architektur eine Gesellschaft verändern kann, aber es ist genauso vermessen zu behaupten, die Architektur habe keinen Einfluss darauf, wie wir leben, eine Gemeinschaft bilden, ob wir uns wohl fühlen, sicher fühlen, beschützt fühlen. Architektur führt durch Räume, Atmosphäre und Stimmung dazu, dass Menschen fröhlich agieren, freundlich zu ihren Mitmenschen sind – oder auch nicht.

Welche Bedeutung hat die Architektur für das Arzt-/Patienten-Verhältnis?

Was für Patienten gilt, gilt natürlich auch für Ärzte, Zahnärzte oder Hebammen. Mediziner, Praxismitarbeiter und Krankenschwestern sind nicht nur einmal oder für kurze Zeit, sondern den ganzen Tag in der Praxis bzw. im Krankenhaus. Sie verbringen dort mehr Zeit als im Bett, mit der Familie oder mit der/dem Liebsten. Das heißt, wir müssen für sie ebenfalls eine Umgebung schaffen, die gute Laune macht. Wenn ein Arzt gerne und in Räumen arbeitet, die ihm Freude machen, merken das seine Patienten - kommen wieder.

Im Gesundheitsbereich ist der Praxisinhaber Kunde des Architekten. Wessen Perspektive ist für den Architekten und die Architektur der Praxis wichtiger – die des Behandlers oder die des Patienten?

Wenn wir für jemanden bauen, den wir kennen, dann können wir maßgeschneidert arbeiten. Kennt man den „Endkunden“ nicht, wird es schwieriger. Dann müssen wir uns mit dem Auftraggeber hinsetzen und ausloten, wo seine Werte liegen, woran er erkannt werden will, welchen Service er bieten und an welcher Atmosphäre er sich erkennbar, spürbar, sichtbar und fühlbar machen will. In einem solchen Fall verstehen wir uns als Bühnenarchitekten, deren Bühnenarchitektur nur so gut sein kann, wie das Bühnenstück, der Regisseur und die Schauspieler. Dafür schreiben wir dann ein Drehbuch, eine Szenographie, aus der wir die Architektur entwickeln. Das erfordert zunächst mal Zuhören, um zu lernen, was gespielt werden soll. Wie ist die Mannschaft? Wo sind Stärken und wo die Schwächen? Wie sieht die Kommunikation aus? Wird eher ein offener, weitläufiger Raum präferiert oder sind geschlossene kleinere Strukturen notwendig? Leider werden dabei viel zu leicht die Erwartungen der Stammkunden unterschätzt, ihre ästhetischen Vorlieben, ihre Möglichkeiten, sich zu verändern und auch ihre Bereitschaft, sich überraschen zu lassen.

Sie lassen sich beispielsweise von Ihrem Kunden Zahnarzt auch die Befindlichkeiten, die Struktur seiner Patienten erklären?

Natürlich! Das machen wir mit jedem Kunden, das ist unser Selbstverständnis von Architektur. Wir müssen Bedürfnisse kennenlernen, wir hören zu, forschen nach, haben für jedes Projekt eine lange Recherche-Phase. Wir müssen lernen, was die Menschen wollen, was sie aber möglicherweise selbst noch gar nicht wissen.

Jedes Stück Architektur ist eine Herausforderung und bietet Chancen, neue Perspektiven zu erkennen und dann eine Lösung zu schaffen, die funktioniert. Nur überraschen und nur das Ungewöhnliche zu machen, um ungewöhnlich zu sein, bringt überhaupt nichts. Wir glauben an Grafting, an das Zusammenbauen unterschiedlicher Realitäten im Dienste einer Lösungsfindung. Man darf allerdings auch keine Angst haben, das Ungewöhnliche zu tun!

Offenheit zeigen und Intimität wahren, gehört zu den Grundanforderungen einer Arzt- oder Zahnarztpraxis. Wie lösen Sie diese gegenläufigen Bedürfnisse?

Am Beispiel KU64 lässt sich das gut nachvollziehen: Durch die baulichen Vorgaben konnten wir eine große Offenheit herstellen, die von uns durch eine Bodenwelle noch verstärkt wurde. Wir haben eine Strand- und Dünenlandschaft, ein Panorama geschaffen, das mit warmen Farben und viel, viel Licht einen horizontalen Blick erlaubt. Den Wunsch nach Rückzug und Intimität haben wir in die Raumstruktur übersetzt, mit Glas und prismatischen Filmen Einheiten und Privatheit geschaffen. Weder im Wartebereich noch im Nebenraum ist ein Bohrer zu hören. Die Dünenarchitektur ist nach Süden zum KuDamm – unserem Meer – ausgerichtet mit großen Terrassen davor und aus den Dünen substrahierte Behandlungseinheiten, im Grunde wie Strandkörbe, die ebenfalls Privatheit ermöglichen.

Architektur ist ein Statement, mit dem sich eine Zahnarztpraxis positioniert und differenziert. Vor rund zehn Jahren haben Sie in Berlin eine visionäre Zahnarztpraxis geschaffen, die auch heute noch supermodern ist. Gibt es Halbwertzeiten für die Architektur von heute?

Fast jeder Bauherr kommt mit den Wünschen „innovativ, modern, nachhaltig“, egal was es ist, aber es muss ‚zeitlos‘ sein. Es ist vermessen und naiv, das zu fordern. ‚All art ist contemporary‘. Es gibt Objekte, die haben die Chance, etwas Zeitloses zu werden, weil sie in ihrer Zeit mutig gedacht waren, vor allem gewagt, aber mit einem klaren Gerüst. Es gibt keine zeitlose Kunst, die erfunden werden kann. Kunst muss sich, genau wie Architektur beweisen. Und sie ist nur richtig gut, wenn sie mutig ist und in ihrer Zeit entwickelt: dann hat sie eine Chance, zeitlos zu werden. Man kann nichts Zeitloses erfinden, man kann nur hoffen, dass man etwas sehr richtig macht, etwas das aus der Zeit kommt, für die Zeit richtig ist, um dann zeitlos zu werden.

Wir versuchen in unserer Zeit zu agieren und aus dem Wissen, was wir jetzt haben, mit einem positiven Zukunftspfeil – mit der Hoffnung, dass die Zukunft besser werden kann, wenn wir sie gestalten. Das heißt, wenn wir einen Auftrag bekommen und einen Kunden haben, der bereit ist, mit uns diesen Weg zu gehen und dazu beizutragen, dann kann man etwas Besonderes machen, etwas, das die Chance hat, zeitlos zu sein. Und bei zeitlos reden wir über ästhetische Halbwertzeiten. über etwas, das in seiner Zeit best practice ist.

Der Patient von heute sucht seinen Zahnarzt kaum noch auf, weil gebohrt werden muss. Trotzdem weckt kaum ein anderes Umfeld so negative Assoziationen wie eine Zahnarztpraxis. Was kann die Architektur leisten, um diese Gefühle zu positivieren respektive abzubauen?

Man muss mit den Erwartungshaltungen brechen und Neues erfinden. Beim Zahnarzt zu sitzen und das Gefühl zu haben, ich sitze eigentlich in einer Wellness-Oase, ich sitze am Strand oder in einer Bücherei, das ist es und kann auf vielen Wegen erreicht werden. Zum einen mit Farben und Licht, aber auch programmatisch, mit Dingen, die positive Gefühle vermitteln, die eher an einen Club oder an die Behaglichkeit eines Ferienhauses erinnern. Mit Möbeln, in die man sich fallen lassen und entspannen kann, mit griffbereiten Zeitungen. Ich kenne eine Praxis, die mit einem Buchladen kooperiert, Bücher zum Lesen und zum Kaufen bereithält. Faszinierend. In einer Zahnarztpraxis geht es doch um Gesundheit und Schönheit, da können Besucher auch olfaktorisch angesprochen werden, z. B. mit einem frisch zubereiteten Capuccino. Die Erwartung ist eigentlich: „Kaffee macht die Zähne braun, das darf es nicht beim Zahnarzt geben.“ Das stimmt natürlich, aber der Zahnarzt kann dem entgegnen „... kein Problem, wir haben ein Rezept dagegen.“ Programmatisch etwas anderes zu machen, heißt Menschen zu entführen, ihnen etwas anzubieten, wozu sie sonst keine Zeit haben – zum Lesen zum Beispiel!

Kinder reagieren ausgesprochen sensibel in einer Zahnarztpraxis. Sehen Sie darin eine besondere Herausforderung? Erfordert eine Kinderzahnarztpraxis ein besonderes architektonisches Konzept?

Wichtig ist es, für Kinder eine Welt zu erfinden. Eine Welt, in die sie eintauchen können, Kinder müssen auch ein bisschen schreien können, sie sind körperlich, brauchen Platz und Bewegung, wie an einer Kletterwand. Natürlich muss man dabei auch aufpassen, dass man weichere Materialien verwendet, aber man muss für Kinder ein Angebot schaffen, damit sie vergessen, dass sie beim Zahnarzt sind. Das kann eine Dünenlandschaft mit seltsamsten zu entdeckenden Figuren sein oder eine Unterwasserwelt mit nachempfundenen Fischen. Uns ist gar nicht so wichtig, dass man dann sagen kann „oh ich geh in eine Unterwasserwelt“. Je buchstäblicher oder leichter dechiffrierbar etwas ist, desto schneller wird es auch langweilig. Ich liebe Angebote für Kinder, wo Eltern auch Spaß haben. Denn Kinder gehen ja nicht alleine zum Zahnarzt, sie werden von Erwachsenen begleitet, die auch entscheiden, in welche Praxis man geht.

In kaum einem anderen Raum der Welt wird der Zimmerdecke so viel Aufmerksamkeit geschenkt, wie beim Zahnarzt. Wie gehen die GRAFT Architekten mit der Deckenfläche um?

In den meisten unserer Arbeiten sieht man den Wunsch, die Tektonik erst einmal infrage zu stellen, um nachzudenken, was braucht der Raum? Braucht er eine Wand oder nicht? Können Boden und Decke, Wand und Decke nicht dasselbe sein – ein Raumkontinuum ergeben? Im Grunde alles in eine Figur zu gießen, alles als eins zu denken und etwas zu kreieren, was man nicht erreichen kann, wenn Boden Boden ist und Decke Decke. Entgrenzung ist der Begriff, der uns grundsätzlich fasziniert. Weil die Decke immer unterschätzt bzw. selten genutzt wird, finden wir sie interessant. In einer Zahnarztpraxis ist sie enorm wichtig und kann zum Protagonisten werden. Wir plädieren immer dafür, integrierte Screens oder eine Projektion einzusetzen, bei der die ganze Decke ‚arbeitet‘. Wenn ich selbst auf einem Zahnarztstuhl liege, wünsche ich mir eine Decke, die komplett Bild ist ohne Rahmen, ein Bild, das abstrakt oder mit einem Film bespielbar ist oder mit einem Bild, das ich kenne, das sich aber plötzlich bewegt. Architektur soll keine Grenze zu etwas sein, sondern ein Bild aufnehmen können – ohne Rahmen. Aber das ist natürlich auch eine Budgetfrage…

Welche Auswirkungen die Raumatmosphäre auf den Heilungsverlauf von Intensivpatienten hat, darüber hat sich die Charité-Universitätsmedizin Berlin gemeinsam mit den GRAFT Architekten auseinander gesetzt. Wie sieht die Lösung aus?

In der Charité haben wir einen Ort gesucht, wo man den Heilungsprozess abbilden kann und für die Intensivstation eine Intensiveinheit geschaffen, die eher an ein Hotelzimmer erinnert und vier Patienten ein Höchstmaß an Privatatmosphäre bietet. Die technischen Geräte treten in den Hintergrund, Alarmglocken werden gedämpft etc. Die Care Unit funktioniert effizient – auch im Sinne von finanzieller Nachhaltigkeit. Holzoptiken, weiche Formen und ein Raum, dessen Decke architektonisch wie auch lichtrhythmisch in sanften Bewegungen und Farben bespielt wird, sorgen für Wohlfühlatmosphäre. Die bei Patienten laufend gemessenen Stressfaktoren lösen einen Algorithmus aus, der sich unmittelbar auf die Lichtintensität und -frequenz auswirkt, Stress mindert und Ängste abbaut.

Auf einer Intensivstation steht die medizinische Versorgung der Patienten im Mittelpunkt. Wie beziehen Sie diesen Aspekt in Ihre Intensiveinheit mit ein?

Alles, was die medizinischen Vorgänge angeht, wird bei unserer Care-Unit problemlos geleistet und sogar optimiert. Die Perspektive in der Intensivmedizin hat gewechselt – die Bedürfnisse des Patienten und sein Erleben stehen im Mittelpunkt und nicht die Technik. Diese neue Sichtweise haben wir bereits berücksichtigt. Die endgültigen Studienergebnisse liegen zwar erst Anfang 2015 vor. Aber alle Zwischenergebnisse weisen darauf hin, dass es damit den ersten wissenschaftlichen Beweis dafür geben wird, dass Architektur heilen kann!

GRAFT Architekten gehören weltweit zur Architektur-Elite. Innerhalb weniger Jahre haben Sie viele spannende Projekte realisiert und ein Label mit globaler Bedeutung geschaffen. Welches Geheimnis steckt hinter dem Erfolg?

Liebe was du tust. Finde Partner, die ähnlich arbeiten, die deine Werte, deine Visionen teilen und dieselbe Neugierde haben. Es ist wichtig, neugierig zu bleiben, nie zu denken, jetzt habe ich alles verstanden und kann alles machen. Dann ist man schon im Hintertreffen und verschenkt das eigene Potenzial.

Für uns hat auch der Respekt vor dem Anderen eine zentrale Stellung. Das heißt, man kann nur etwas entdecken, wenn man neugierig und bereit ist zu verstehen und zurückzulassen, was man weiß. Wenn man zuhört und nachdenkt, um zu verstehen. Man muss die Bereitschaft haben, interdisziplinär zu arbeiten, also Teamplayer zu sein, andere Leute mit reinzunehmen, deren Ideen zuzulassen, anstatt sein Ego durchzusetzen. Die Bereitschaft zum Neuen mit dem Respekt vor anderen führt dazu, dass man Architektur neu definieren, sein eigenes Berufsbild erweitern und neue Dinge erfinden kann. Man muss suchen, um etwas zu finden und um zu erfinden – dafür muss man beweglich bleiben, es gibt keinen Fortschritt ohne den Verlust der Balance. Als Suchender sollte man sich jedes Detail ansehen, Umwege zulassen: dann kreiert man „moments of serendipity“, man stellt Synergien her, die die Arbeit schneller, intelligenter, innovativer machen. Und dann kommt auch der Erfolg.

Berlin, Los Angeles, Peking – GRAFT hat Büros auf drei Kontinenten und arbeitet für Kunden aus drei Kulturen. Was bedeutet das für den GRAFT-Stil? Passen Sie Ihre Stilrichtung an oder erfordern die verschiedenen Kulturen völlig unterschiedliche Architekturkonzepte?

Wir haben in Amerika viel gelernt, einen Großteil unserer Offenheit und unseres positiven Glaubens an Innovationen. Das hat uns verändert. Amerika hat uns eine Chance gegeben, die wir hier so niemals bekommen hätten. Wir haben aber auch unsere Kultur mitbringen und einbringen können. Dinge von Konzept bis Detail zu durchdenken, sie gewissenhaft zu machen, das sind deutsche Tugenden, die in den USA und in China ebenso geschätzt werden, wie von uns selbst.

Grundsätzlich kann man sagen, was für China gilt, gilt auch für die USA. Wenn man größere Zusammenhänge darstellen will, ist globales Denken unumgänglich. Auf der anderen Seite muss sich das immer messen an lokalen Werten. Wenn wir über China reden, dann reden wir über Lokal-Dalian, über Peking, Shanghai oder Shenzhen. Jede Stadt hat nicht nur ein anderes Klima, sondern auch andere lokale Gegebenheiten. China ist insofern interessant und gleichzeitig schwierig, weil China einen Vergangenheitsverlust hinnehmen musste und jetzt gerade den Verlust seiner Mitte, seiner Kultur und Tradition wieder aufarbeitet. Das ist aber eine Chance, weil die Menschen nicht mit so schweren Vergangenheits-Rucksäcken beladen sind, wie hier. Chinesen sagen „Wir haben eine Aufgabe, wer ist der beste Architekt? Wir wollen mit den interessantesten Architekten zusammenarbeiten.“ Das heißt: Der Innovationswille und die Bereitschaft, die Zukunft zu denken, ist ungleich größer als hier.

Ein Blick noch auf die Zukunft. Digitale Prozesse nehmen auch in der Zahnarztpraxis weiter zu. Haben Sie eine Vision von der Zahnarztpraxis der Zukunft?

Es wird im Gesundheitswesen insgesamt eine Entwicklung in Richtung Hospitality geben – ganz besonders bei Zahnarztpraxen, die ja eher unternehmerisch geführt werden. Die Frage, wie kann ich meinen Kunden nicht als kranken Patienten, sondern als Gast definieren, ihm mehr Service anbieten, wird im Mittelpunkt stehen. Die Lösungen können höchst unterschiedlich sein, es kommt darauf an, welchen Kundenstamm man haben will, wie man sich aufstellt und positioniert. Interessant wird die Zukunft durch die Digitalisierung. Sie ermöglicht es, den Gast besser kennenzulernen, auf seine Wünsche, seine Sehnsüchte und Bedürfnisse besser zu reagieren. Die wichtige Mission heißt also schlicht und einfach: fragen, zuhören und sich verbessern. Es wird darauf ankommen, die Informationsgesellschaft in Zukunft besser zu verstehen und zu nutzen. Wer diesen Raum richtig bespielt und besser beherrscht, wird sehr erfolgreich sein. Ein Zahnarzt hat ein ziemlich klares Profil von den Menschen, die zu ihm kommen. Es kostet nicht viel, deren Wünsche, Vorstellungen und Backgrounds kennenzulernen. Aber auch um vielleicht festzustellen, dass eine Randgruppe nicht bedient wird, die gerne in die Praxis kommen würde, wenn nur ein Ding anders gemacht würde. Intelligenter werden durch Information – ich glaube, darin liegt viel Zukunfts-Potenzial.

Danke für das Gespräch!

GRAFT’S WICHTIGE WERKE

Veröffentlicht von: rf/tk 04/14
„Ich glaube, dass Architektur heilen kann“

„Ich glaube, dass Architektur heilen kann“

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