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22.08.2018
Equipment

Ist Abfall gleich Abfall?

Was nicht mehr gebraucht wird, gehört in den Müll. Klingt einfach, ist es aber nicht immer, denn Abfall ist nicht überall gleichwertiger Abfall. Es gibt – für das, was in Zahnarztpraxen anfällt – sehr viele unterschiedliche Regelungen, die den Abfall in verschiedene Gruppen aufteilen und entsprechend anders behandelt wissen wollen.

Welche Gesetze greifen?
Das Gesetz, das den Rahmen für die Abfallentsorgung in der Zahnarztpraxis vorgibt, hat einen sperrigen Namen: Kreislaufwirtschaftsgesetz. Es schreibt vor, dass Papier, Glas, Kunststoffe, Metalle und Bioabfälle getrennt gelagert, eingesammelt und verwertet werden müssen. Noch spezieller greift die Richtlinie zur ordnungsgemäßen Entsorgung von Abfällen aus Einrichtungen des Gesundheitsdienstes von der Bund-/Länderarbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA), die auch für Zahnarztpraxen gilt. Außerdem sind noch die Abfallwirtschaftssatzungen der öffentlich rechtlichen Entsorgungsträger (jeweilige Stadt- und Landkreise) zu beachten. Ganz schön kompliziert also! Und es hört damit noch nicht auf: Sämtlichen Abfällen wird ein sogenannter Abfallschlüssel zugeordnet, der sich auf ein Abfallverzeichnis bezieht. Eine Zahnarztpraxis muss also genau wissen, womit sie es im Alltag zu tun hat und vor allem, wie sie es zu entsorgen hat. Hier die wichtigsten Beispiele für Besonderheiten in der zahnmedizinischen Abfallentsorgung:

Amalgam
Da Amalgam immer Quecksilberenthält, muss es gesondert behandelt werden. Obwohl Amalgam von seinen Materialeigenschaften her sehr gut als Füllungsmaterial in der Zahnmedizin angewendet werden kann, steht das Material bereits seit über 200 Jahren unter Verdacht, Vergiftungen und Allergien auszulösen. Eindeutig bewiesen werden konnte dies bislang nicht. Zahnarztpraxen in Deutschland müssen ihre Abwässer über einen Amalgamabscheider reinigen, da sie als „Schwermetall verarbeitender Betrieb“ eingestuft werden und besonderen Gewässerschutzauflagen unterliegen. Die in der Praxis gesammelten Abfälle aus den Amalgamabscheidern, Amalgamreste und extrahierte Zähne mit Amalgamfüllungen müssen zudem fachgerecht entsorgt werden.

Spritzenabfälle
In immer mehr Kommunen bzw. Städten werden Spritzenabfälle von der Entsorgung über den normalen Hausmüll ausgeschlossen. Grund dafür ist die Tatsache, dass Hausmüll zunehmend sortiert wird – Spritzen stellen dann ein Infektions- und Arbeitsrisiko dar.

Filtersiebe der Absauganlage
Da diese vor dem Amalgamabscheider eingesetzt sind, enthalten sie logischerweise amalgamhaltige Schlacke und Reststoffe, die aufgrund ihres hohen Quecksilberanteils als gefährlicher Abfall eingestuft werden. Das bedeutet, dass die Filtersiebe nicht einfach unter fließendem Wasser abgespült und wieder eingesetzt werden können, sondern entsprechend entsorgt werden müssen.

Gefährliche Abfälle
Neben dem Amalgam gibt es weitere Abfälle in einer Zahnarztpraxis, die gefährliche Inhaltsstoffe haben können – diese müssen dann der Entsorgung auch als gefährliche Abfälle zugeführt werden. Beispiele dafür sind: Entwicklerflüssigkeiten, Fixierbäder, Verpackungen, die Rückstände gefährlicher Stoffe enthalten und Chemikalienabfälle.

Ist Abfall gleich Abfall?