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30.08.2018
Equipment

Versunken im Nebel

Eine Zahnarztpraxis gilt als sauberer und keimfreier Ort, schließlich arbeiten hier Zahnärzte und medizinisches Personal und behandeln tagtäglich viele Patienten. Jeder, der eine Arztpraxis besucht, setzt voraus, dass man sie nicht mit neuen Krankheiten verlässt. Doch damit das funktioniert, müssen viele Zahnräder ineinander greifen. Pro Jahr stecken sich ca. eine halbe Million Menschen bei einem Besuch einer Arztpraxis mit einer Krankheit an. Auch die Zahnarztpraxis ist theoretisch ein guter Tummelplatz für Bakterien. Denn die menschliche Mundhöhle ist voll davon. Man schätzt, dass ich in einem Milliliter Speichel 100 Millionen Bakterien befinden. Natürlich sind nicht alle davon gefährlich, sondern ein wichtiger Bestandteil der natürlichen Mundflora, aber die Menge an Bakterien ist dennoch beeindruckend. Sie verdeutlicht, dass besonders Zahnärzte, ihre Mitarbeiter und auch die Patienten einem gewissen Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Die bereits erwähnten Zahnräder, die für einen größtmöglichen Schutz vor Infektionen sorgen sollen, bestehen aus vielen einzelnen Teilen. Dazu gehören nicht nur die Desinfektion und Sterilisation, sondern auch Maßnahmen, die helfen, jede Art von Keimbelastung von vornherein zu vermeiden.

Die unsichtbare Gefahr
Bei der zahnärztlichen Behandlung und dem Einsatz der verschiedenen Instrumente kommt es zu einem feinen Sprühnebel, den man mit dem bloßen Auge kaum wahrnimmt und der ungefährlich erscheint. Es handelt sich dabei um sogenannte Aerosole und den Sprühnebel-Rückprall. Der Nebel, der Behandler und Patienten umgibt, hat es mächtig in sich: aus dem Mund des Patienten treten nämlich Kühlflüssigkeit, Speichel, Mikroorganismen und manchmal sogar Blut aus. Diese Mischung verteilt sich so schnell und weit im Raum, dass sie eine Gefahr für die im Nebel „versunkenen“ Personen bedeutet. In diesem Nebel können sich gefährliche Erreger befinden, die schlimmstenfalls ernste Infektionskrankheiten verursachen können.

Wie kann man den Nebel durchdringen?
Um diese oftmals unterschätzte Gefahr einzudämmen, kann mit leistungsstarken Sauganlagen und einer guten Absaugmethodik gearbeitet werden. Auf diese Weise kann das Risiko, das vom Nebel ausgeht, um zwei Drittel reduziert werden. Deshalb leistet die Absaugung von Aerosolen und dem sogenannten Sprühnebel-Rückprall einen wichtigen Beitrag, um den Zahnarzt, sein Team und seine Patienten zu schützen.

Worauf kommt es an?
Den austretenden Nebel mit einer Sauganlage größtmöglich abzusaugen, klingt im Prinzip erst einmal ganz einfach. Doch der Teufel steckt auch hier im Detail. Um den Nebel frühzeitig zu erwischen, muss man möglichst nah an ihm dran sein – also im Mund des Patienten. Saugt sich aber die Absaugkanüle versehentlich an der Mundschleimhaut oder der Zunge des Patienten fest, kann es zum sogenannten Reflux kommen. Die Kanüle wird durch das Hindernis verschlossen, die Luftströmung hört auf und die im Schlauch befindlichen Flüssigkeiten – wie z.B. Zahnbelag oder Blut, schlimmstenfalls sogar von vorher behandelten Patienten – können zurück in den Mund fließen. Ein gewaltiges Infektionsrisiko! Wie das Reflux-Problem zeigt, können also sogar Geräte, die das Infektionsrisiko verkleinern, bei falscher Anwendung eine zusätzliche Gefahr bedeuten. Es gilt im Sinne der Gesundheit aller Beteiligten, vorsichtig bei der Absaugung vorzugehen. Eine zusätzliche Lösung bieten zudem spezielle Kanülen, die über Nebenlufteinlässe verfügen. Dadurch kann der Luftstrom immer aufrechterhalten werden, auch wenn der frontale Zustrom aus Versehen verschlossen ist.

Versunken im Nebel