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17.11.2015

Von Studierenden für Studierende

Seit 26 Jahren fördert die European Dental Students‘ Association europaweiten Austausch. Die Europäische Idee ist in der Krise – zumindest werden Medien und Politik nicht müde, auf diese Entwicklung hinzuweisen. Dennoch scheint Europa gerade in den Köpfen junger Menschen angekommen und verankert zu sein. Studenten, darunter auch jene, die sich an zahnmedizinischen Fakultäten eingeschrieben haben, gehören ebenfalls dazu. Das Interesse, einige Semester im Ausland zu studieren, steigt, und damit ebenso der Bedarf der Interessenten, sich zu organisieren – sei es zum Aufbau von Kontakten oder um wertvolles Wissen zu generieren, Gemeinsamkeiten zu pflegen, Unterschiede zu verstehen.

Die Idee von Austausch und Information stand auch hinter der Gründung der European Dental Students‘ Association (EDSA). 1988 in Paris ins Leben gerufen, ist die » EDSA seit 26 Jahren mit 182 Fakultäten in 26 Staaten und über 65.000 Mitgliedern aktiv und versteht sich als gemeinnütziger, nichtpolitischer Dachverband der Zahnmedizinstudenten Europas. Die Ziele: Kontakte zu fördern und Wissen zu vermehren. Denn auch im grenzenlosen Europa bestehen bezüglich der Ausbildung und Chancen der Zahnmedizinstudenten regional bedingte Unterschiede. Diese zu verstehen und gleichzeitig Gemeinsamkeiten zu pflegen, sieht die Organisation als Schlüssel zu ihrer Kernaufgabe.

Dafür investieren die Verantwortlichen einen Großteil ihrer Freizeit. Alle Mitglieder des aktuellen Vorstands, der am 26. August dieses Jahres an der Universität Szeged in Ungarn neu gewählt wurde, sind Vollzeit-Zahnmedizinstudenten. Präsident Luka Banjšak stammt aus Kroatien, während Vizepräsidentin Diana Velicu an der Universität Carol Davila in Bukarest studiert. Generalsekretär Emilio Fiorentino lebt in Italien, Schatzmeister Liam Coisdeala studiert Zahnmedizin am Trinity College in Dublin und Andrew Kalli aus Großbritannien fungiert als Herausgeber des EDSA-Magazins. Um die Bereiche Social Media und Webdesign kümmert sich Ivan Šeparovic, Student an der Universität Zagreb in Kroatien.

Neben den Anforderungen ihres Studiums organisiert das engagierte Team eine Vielzahl an Veranstaltungen und Projekten: Dazu zählen nicht nur die halbjährliche Generalversammlung in wechselnden europäischen Städten, sondern auch die Publikation eines eigenen Magazins, Austauschprogramme, ein großer Kongress im Zweijahresturnus, Forschung und Entwicklungshilfe, Präventionsprogramme, Workshops und Summercamps. Dabei spielt der Grundsatz der EDSA – „von Studierenden für Studierende“ – eine wichtige Rolle. „Wir sind überzeugt davon, sowohl die Standards der zahnmedizinischen Ausbildung als auch den studentischen Alltag verbessern zu können, indem wir unser Wissen teilen“, so Marco Mazevet, direkter Amtsvorgänger des Präsidenten, auf der diesjährigen Generalversammlung in Istanbul. Zu den erwünschten Nebeneffekten zählt eine Sensibilisierung für die Studien- und Arbeitsbedingungen von Gleichgesinnten im Ausland und Einblicke in deren Kultur. So ist es beispielsweise für Zahnmedizinabsolventen aus Südeuropa weiterhin schwierig, einen Arbeitsplatz zu finden, der der Qualität ihrer Ausbildung entspricht. Auch wenn der europäische Arbeitsmarkt diese Diskrepanz momentan noch auffängt, erfordert das Problem langfristig erhöhte Aufmerksamkeit.

Kennzahlen und Netzwerke

Da die EDSA anstrebt, ihre Mitglieder ständig und umfassend über das Thema Zahnmedizin in der EU zu informieren, ist die Organisation auf verlässliches Zahlenmaterial angewiesen. Die Exchange-Arbeitsgruppe bestreitet diese wichtige Aufgabe. Wer sich hier einbringt, sammelt Daten und Fakten über Ausbildungsstandards und Lehrangebote, deren Auswertung wiederum die Grundlage für den Vergleich der zahnmedizinischen Ausbildung an europäischen Universitäten bildet. Mit dieser Basisarbeit schafft die Gruppe außerdem die Voraussetzung, um eines der zentralen Anliegen der EDSA weiter voran zu treiben: die Standardisierung zahnmedizinischer Curricula an den europäischen Ausbildungsstätten. Zweimal jährlich kommen die Delegierten der Mitgliedsländer zusammen, um aktuelle Themen zu diskutieren und neue Projekte auf den Weg zu bringen. Die EDSA ist jedoch auch erfolgreich mit weiteren studentischen Vereinigungen, wie der » International Association of Dental Students (IADS), vernetzt. Außerdem pflegt sie Beziehungen zu interdisziplinären Organisationen, wie der » European Medical Students‘ Association (EMSA) und der » European Pharmaceutical Students‘ Association (EPSA). Gute Kontakte erleichtern es der EDSA, eines ihrer Hauptanliegen zu fördern – Studenten zu ermutigen, über den Tellerrand zu blicken und die zahnmedizinische Ausbildung in Europa so weit wie möglich mitzugestalten.

Veröffentlicht von: rf/tk 04/16
EDSA-Mitglieder 2015/16: Ivan Šeparovic, Onur Ergene, Arne Elvers-Hülsemann, Anamarija Novakovic, Luka Banjšak, Diana Velicu, Marco Mazevet, Mohamed Hattab, Liam Coisdeala, Emilio Fiorentino

EDSA-Mitglieder 2015/16: Ivan Šeparovic, Onur Ergene, Arne Elvers-Hülsemann, Anamarija Novakovic, Luka Banjšak, Diana Velicu, Marco Mazevet, Mohamed Hattab, Liam Coisdeala, Emilio Fiorentino