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17.11.2015

Mikroskopie in der Zahnheilkunde

Höchste Präzision auch für kleinste Details. Als Pionier der Mikrochirurgie hat das 1846 in Jena gegründete Unternehmen ZEISS in vielen Disziplinen immer wieder neue Maßstäbe gesetzt. Heute häufig durchgeführte Eingriffe wie die Entfernung von Hirntumoren, Gefäß- oder Augenoperationen wären ohne Operationsmikroskope nicht möglich. Auch die moderne Zahnmedizin erfordert höchste Präzision und größte Aufmerksamkeit für kleinste Details. Ohne korrekte Vergrößerung und hochwertige Optik ist das Erkennen feiner anatomischer Strukturen schwer möglich. Dr. Christian Schwedes leitet bei der Carl Zeiss Meditec AG den Business Sector Dental & Office. In D’life spricht er über die Entwicklung und den Nutzen der Mikroskopie in der Zahnheilkunde.

D’life: Die Mikroskopie in der Zahnheilkunde ist ein noch relativ junger Bereich bei der Carl Zeiss Meditec AG. Was war ausschlaggebend für die Entscheidung Zahnmedizin?

Unserem Einstieg in die Zahnmedizin ging eine Erfolgsgeschichte unserer Operationsmikroskope in anderen medizinischen Disziplinen voraus: Denn ohne Operationsmikroskope wären die heute häufig und sicher durchgeführten Routineeingriffe, etwa im hinteren Augenabschnitt, so wohl nicht möglich. » ZEISS als Pionier der Mikrochirurgie hat erkannt, dass auch ein Einsatz in der Zahnheilkunde entscheidende Vorteile bieten könnte.

Wie so oft lohnte es sich dann, unseren Kunden zuzuhören: Führende Zahnärzte fanden in unseren Operationsmikroskopen ein geeignetes Werkzeug für Anwendungen, die hohe Präzision erfordern. Denn ohne korrekte Vergrößerung und hochwertige Optik ist das Erkennen feiner anatomischer Strukturen nur schwer möglich. Als unsere Ideen reifer waren, haben wir innerhalb unseres Portfolios spezifische Produkte für die Zahnheilkunde entwickelt.

Welche Rolle spielt die Dental Optik heute in Ihrem Unternehmen – wie hat sich dieser Bereich entwickelt?

Mittlerweile zählt die Zahnheilkunde zu den Kernapplikationen bei ZEISS. Spannend ist der Bereich vor allem, weil wir uns noch in einer relativ frühen Phase befinden, in der ein Operationsmikroskop in vielen Applikationen entscheidende Vorteile bieten kann. Dies eröffnet die Chance, an vielen Stellen den Behandlungsablauf besser zu gestalten, sowohl für den Patienten als auch für den Arzt – und genau das reizt uns als Firma.

Worauf führen Sie diese Entwicklung zurück? Gab es besondere Gründe dafür?

Nur was man klar sieht, kann man auch behandeln. Dazu sind Vergrößerung und Licht die Voraussetzung. Entscheidend für den Arzt ist aber ein Produkt, das tatsächlich für seine Anwendung maßgeschneidert ist und sich in seinen Behandlungsablauf einfügt. Darin sehen wir unsere Kernkompetenz: Diese Produkte gemeinsam mit führenden Zahnärzten zu entwickeln. In der Neurochirurgie und der Ophthalmologie war ein ähnlicher Ansatz der Zusammenarbeit sehr erfolgreich.

In welchen zahnmedizinischen Disziplinen werden Ihre Visualisierungslösungen eingesetzt?

Seit unseren ersten Erfahrungen mit den Operationsmikroskopen in der Zahnheilkunde in den 1990er Jahren konnte speziell in einer Anwendung, der Endodontie, schon viel erreicht werden. Mittlerweile zählt das Operationsmikroskop zu den Standards in der Wurzelkanalbehandlung. Um beispielsweise zweifelsfrei die Anzahl der Wurzelkanäle zu erkennen, kann ein Operationsmikroskop die entscheidende visuelle Information liefern. Aber auch in den anderen Disziplinen wie der Parodontologie, der Implantologie und der Restaurativen Zahnheilkunde nimmt die Anzahl der Nutzer von Operationsmikroskopen, wie auch Lupenbrillen, stetig zu.

Welche Bedeutung hat die Dentalmikroskopie für den Zahnarzt heute und zukünftig?

Wir sehen heute einen starken Trend zu weniger invasiven und präziseren Eingriffen in der Zahnheilkunde. In vielen Fällen muss der Arzt dazu kleinere anatomische Strukturen erkennen und behandeln können, beispielsweise mit Hilfe von dünneren Fäden zur Wundschließung oder feineren Skalpellen. Vergrößerung wird daher aus unserer Sicht zukünftig immer wichtiger werden.

Zudem ermöglichen Operationsmikroskope ein aufrechtes und dennoch bequemes Sitzen in einer ergonomisch richtigen Position. Neben einem deutlich entspannteren Arbeiten beugt dies vorzeitigem Ermüden sowie Nackenverspannung und Rückenproblemen vor.

Liegt der Nutzen für Zahnärzte eher in der Dokumentation, im diagnostischen oder im therapeutischen Bereich?

Den Kernnutzen sehen wir heute in der Diagnose und in der Therapie. Durch den Trend zur digitalen Praxis wird aber auch die Dokumentation immer wichtiger, etwa zur Einbeziehung des Teams während der Behandlung, um einen Behandlungsverlauf langfristig zu verfolgen, zur überzeugenden Patientendokumentation anhand von beeindruckenden Bildern, aus rechtlichen Gründen oder für wissenschaftliche Präsentationen. Vor allem die Nachfrage nach integrierten Lösungen steigt dabei kontinuierlich: Integrierte Videosysteme zum Beispiel sind einfach in der Handhabung, bieten exzellente Bildqualität durch maßgeschneiderte Optiken und erleichtern dem Arzt somit einen effizienten Behandlungsablauf.

Wo sehen Sie Trends und die größten Herausforderungen für die zahnmedizinische Dentalmikroskopie – wird es Innovationen geben?

Zahnärzte kommen heute mit zwei Themen immer wieder auf uns zu. Die Vernetzung oder Digitale Praxis ist eines davon – im Kern stellt sich dem Arzt die Frage: Wie kann ich meinen Behandlungsablauf noch effizienter organisieren? Das zweite Thema betrifft den medizinischen Kern: Wie kann ich für meinen Patienten ein besseres Behandlungsergebnis erzielen und gleichzeitig weniger invasiv arbeiten? Wir arbeiten an Antworten zu beiden Fragestellungen und sehen uns als Partner der Zahnärzte.

Vielen Dank für das Gespräch!

Veröffentlicht von: rf/tk 04/16
Mittlerweile zählt das Operationsmikroskop zu den Standards in der Wurzelkanalbehandlung

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